Freitag, 15. Dezember 2017

So viel Zeit - so wenig Zeit

So viel Zeit ist vergangen, seit ich hier das letzte mal etwas geschrieben habe.

So wenig Zeit war übrig zum schreiben, zum denken.

Und nun?

So wenig Zeit ist nur noch, bis es im Januar wieder los geht. Meine Elternzeit nähert sich dem Ende, die Kinder sind durch die ersten Krankheitsphasen der (neuen) Kitas hindurch und auch die mit zwei Kindern (zumindest für mich) nochmal heftigere Vorweihnachtszeit ist bald rum.

Und dann?

Jep, die Zeit wird dann nicht mehr werden. Aber anders. Mehr Zeit zum denken, arbeiten, mit Erwachsenen reden. Weniger Zeit um den Haushalt vor dem Chaos zu bewahren. Mal sehen, wie gut mir und uns allen hier das tun wird.

Wer mich kennt, weiß: ich freue mich drauf. Ich freue mich aufs Arbeiten, darauf, etwas anderes zu machen als "Alltag" und zwar nicht als eigenes Projekt, sondern einfach als Arbeit. Nicht, dass da jeder Tag rosarot und schön werden wird. Aber ich habe dann wieder einen festen Platz in dieser "anderen" Welt. In der Welt außerhalb von Zuhause, Kindergarten, Krippe. Werde ich mich dann wieder zurückwünschen in die Zeit davor? Sicher manchmal. Aber ich kenne mich gut genug, dass ich auch weiß: es wird mir Spaß machen, das erste Mal den Laptop wieder zum Arbeiten aufzuklappen. Mir einen Kaffee zu machen und dann loszulegen mit Recherche, mit Team Setup, mit Lehren und Lernen, mit Sheets und Slides.

Und wer weiß. Vielleicht sitze ich dann wieder regelmäßig genug am Computer, um doch ab und zu mal die Blogseite zu öffnen und ein paar Zeilen da zu lassen. Denn eigens dafür den Rechner anzuschalten, das mache ich, merke ich, einfach fast nie.

Also, es geht hoffentlich wieder los hier! Juchee! Und hoffentlich auch mit mehr Kraft und weniger Krankheit als auch schon, zumindest wenn man daran glaubt, dass ein paar Happy Pills dabei helfen können (und nein, nicht was jetzt alle denken, sondern nur Vitamine. Also, genauer gesagt nur ein Vitamin.).

Also dann, frohes drittes Adventswochenende allen, zumindest hier steht schon die dritte Kerze in den Startlöchern für Sonntag :-)

Montag, 29. Mai 2017

10 Monate

Mein liebes Sommerkind,

jetzt bist Du schon 10 Monate alt (und mal wieder einen Tag mehr, gestern war zu trubelig!).

Du bist zurzeit ein ziemlicher Sonnenschein, erfindest deine eigenen neuen Spiele mit den immer gleichen Babyspielsachen und hältst uns weiterhin gut auf Trab.

In diesem Monat hast Du Dich ans Sitzen gewöhnt. Erst noch sehr zögerlich, aber mittlerweile nutzt Du die Position, um öfter mit beiden Händen zu spielen. Jedesmal wieder hüpft mein Mamaherz, weil ich sich hinsetzende Babys einfach so niedlich finde. Ansonsten wird weiter gekrabbelt, und auch im Stehen am Tisch spielst Du weiterhin gerne. Du bist sehr sicher geworden, tust Dir mittlerweile eher mal im Spiel weh (wenn man sich halt auch die Spiel-Bratpfanne selbst gegen den Kopf hauen oder mit bloßen Füßen auf Duplosteine treten muss...) als dass Du noch großartig umfallen würdest.
Wenn wir nicht so faul wären, hätten wir schon längst das untere Treppengitter angebaut, denn ich pflücke Dich sicher 15 mal pro Tag von der untersten Treppenstufe - dass Du die ganze Treppe problemlos alleine hochkommst, wissen wir ja... Aber da wir Dich in dem Bereich eh nicht allein lassen, ist es noch nicht ganz so dringend.

Weiterhin müssen der Schlaf und Du noch mit Unterstützung zueinander finden. Tagsüber hilft fast immer die Federwiege, abends haben wir dank externer Beratung nun mal auf Einschlafen im Bett umgestellt. Das gab am Anfang etwas (begleiteten) Protest, aber es wird immer besser und da Du Mama oder Papa an Deiner Seite weißt, findest Du langsam die Sicherheit, auch ohne Tragen einzuschlafen. Auch nachts darf Dich zurzeit mal der Papa beruhigen, das erste Stillen haben wir in die frühen Morgenstunden verlagert, damit Du nun deine Nahrungsaufnahme auf den Tag konzentrierst. Das klappt bisher ganz gut. Zwar wirst Du nachts trotzdem noch das ein oder andere mal wach, aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass auch Du noch die Vorteile des Durchschlafens erkennen wirst.

Weiterhin bist Du ein fröhlicher Esser, verzauberst alle, die Dir dabei zusehen dürfen und treibst mich manchmal mit der Sauerei in den Wahnsinn. Aber wofür gibt es Staubsauger, Putzlappen, Waschlappen, wenn nicht genau zu diesem Zweck? Füttern klappt manchmal ein bisschen. Aber so richtig begeistert bist Du davon nicht. Du willst wohl einfach zupacken und zubeißen. So sei es. Und wenn es Dir schmeckt, dann verschwinden auch mal 2 Zucchinipuffer, eine ganze Birne, eine gedünstete Karotte oder eine Viertelmelone in Deinem Bäuchlein. Stillen möchtest Du allerdings weiterhin recht oft, was ich Dir aber bei den aktuellen Temperaturen sicher auch nicht abgewöhnen werde. Mal sehen, wie das so weiter geht. In 2 Monaten startet Deine Krippeneingewöhnung, dann wirst Du wohl vormittags ohne Stillen auskommen (müssen). Ich bin zuversichtlich, dass das klappt.


Besonders spannend ist es zurzeit, Dich beim Spielen zu beobachten. Du entwickelst Spiele, das ist einfach faszinierend. Zum Beispiel legst Du einen kleinen Gegenstand in einen Becher und dann wird geschüttelt. So dass es klappert, und bis der Gegenstand rausfällt. Dann nochmal und nochmal und nochmal und vielleicht nochmal mit einem anderen Gegenstand. Und Bälle - einfach toll. Du wirfst, kullerst, schüttest Dich vor Lachen darüber aus, wenn man sie Dir zurück rollt. Auch imitierst Du jetzt manchmal Deinen großen Bruder - im Rahmen Deiner Möglichkeiten.

Und eine weitere Neuigkeit kann ich natürlich nicht verschweigen: das erste "Mama" fiel diesen Monat und ich schmelze jedesmal dahin. Mal sehen, ob wir Dir nächste Woche auf dem Bauernhof mal ein paar Tiergeräusche zeigen und sie Deinem Wortschatz zuführen können?


Nun steht der elfte Monat an. Ob Du Dich dem Laufen näherst? Mal sehen, wie sich Deine Sprache weiter entwickelt. Und ob Du auch bald mit der Kletterei anfängst, wie das Nachbarsbaby (das einen Monat älter ist)? Wir bleiben dran, lassen uns weiter von Dir verzaubern - und ertränken die Müdigkeit in Kaffee.

Mein großer kleiner P., ich hab dich sehr, sehr lieb!
Deine Mama

Sonntag, 21. Mai 2017

Windelgeschichten

Das Winterkind ist ja mit seinen nun drei-und-ein-Viertel Jahren leider noch nicht windelfrei, und da er sich auf nicht auf Stoffwindeln umschulen lässt (selbst die Piratenwindel zieht nicht so richtig, ich glaube, wenn man das dicke Windelpaket nicht gewohnt ist, ist das auch nicht so angenehm in dem Alter), sind wir weiterhin Großeinkäufer beim beliebten Drogeriemarkt mit zwei Buchstaben. Einfach, weil ich dort auch vieles andere kaufe und wegen Windeln nicht irgendwo anders hingehe.

Jetzt haben die Windeln der dortigen Eigenmarke einen entscheidenden Vor- bzw. Nachteil: es sind je Packung Windeln mit drei verschiedenen Motiven enthalten, in etwa zu gleichen Teilen. Je Windelgröße gibt es unterschiedliche Motive, also z.B. bei Größe 5 "Elefant und Sonne", "Streifen" und "Schiffe", bei Größe 6 glaub ich "Hubschrauber", "Flugzeug", "Herzen". Nun denn, soweit, so nett. Wird das wickeln nicht so eintönig.

Während ich bei ca. Größe 4 und 4+ noch groß den Vorteil dieses Mischsystems gelobt habe, da ich meinen Sohn jedesmal aufs neue mit "guck mal, wieder was anderes!" zu einem positiven Wickelerlebnis verführen konnte, verfluche ich nun, im Größe 5-6 Alter, die Vielfalt der Motive. Denn: der Wintersohn hat ja sowieso bei 90% der Dinge in seinem Leben eine sehr klare Meinung und einen sehr starken Willen. Später finden wir das sicher mal ganz toll, im Moment, na ja, geht so. Und der Wille sagt schon seit langer Zeit: Elefant und Sonne - cool, toll, mega, hammergut, willichimmerhabenunddieanderenmagichnicht. Und gibt es ebendiese nicht mehr, weil irgendwann eben nur noch Streifen und Schiffe da sind, ist das Drama groß.

Schon bevor die Motivdramatik ihren Lauf nahm, meinten wir die zur damaligen Zeit eher anstrengende Wickelsituation schlau entschärft zu haben und dem Autonomiedrang des Winterkindes durch "such dir ruhig selbst eine Windel aus" nachgekommen zu sein. Nun ja. Hinterher ist man immer schlauer, ne? Seitdem besteht er natürlich darauf, sich selbst eine Windel auszusuchen. Und ist partout, auch durch ausräumen der gesamten Packung, keine Elefant und Sonne Windel mehr zu finden, wird gestreikt. Und Streik heißt Streik, da kann die IG Metall noch was lernen.

So trägt sich das öfter zu, und damit die anstrengenden (aka keine Elefant und Sonne Windeln mehr da, wir haben aber noch 25 andere) Phasen nicht so endlos lang werden, werden immer nur ca. 10 Windeln in den Schrank gelegt, schön gemischt, so dass das Drama immer nur ca. 6-7 Windeln lang dauert. Wenn man Glück hat gehen einige ohne (zusätzliches) Drama weg, wenn unterwegs gewickelt wird, ausnahmsweise Mama oder Papa die Windel aussuchen dürfen oder gerade einfach eh ein riesiger Kampf stattfindet, so dass die Windel auch schon egal ist.

Gestern war wieder ein "Elefant und Sonne ist aus" Morgen und ich war dran mit Wickeln (der Preis dafür, dass man ohne des Winterkindes Stuhlgang als Kompagnion morgens noch kuscheln will). Winterkind geht also zum Schrank, "keine Elefant und Sonne Windel mehr da" und mit "guck mal, Schiffe und Streifen sind doch auch schön" komme ich irgendwie nicht weiter. "Die Schiffe fahren vielleicht zu den Elefanten" hat schon mal geholfen, und so schaffen wir es auch diesmal zumindest bis auf die Wickelkommode. Dort dann nochmal ein kleiner "Elefanten, wuääääh" Rückfall, den ich aber kreativ kontere. Es folgt eine viertelstündige Geschichte von den spannenden kleinen Schiffen, die in alle Himmelsrichtungen aufbrechen, um diverse Inseln zu erkunden, eine mit (na?) Elefanten, eine mit Affen, eine mit ganz seltsamen freundlichen Menschen, die eine andere Sprache sprechen ("Babysprache? So wie das Sommerbaby?"), und so weiter. Ich bin selbst überrascht wie leicht die Geschichten hervorsprudeln, nicht besonders spannend, aber der Sohn klebt an meinen Lippen und ich hätte ihm vermutlich derweile eine graue Öko Windel anziehen können und er hätte es nicht gemerkt.

Er hat noch den halben Tag von Schiffen und Inseln erzählt und ich glaube, wir haben nun die 2/3 Mehrheit der Wickeldramen umschifft (haha). Vielleicht will er jetzt sogar immer Schiffe (oh je).

Wenn ich nun die werte Leserschaft um eine spannende Geschichte um ehrlicherweise wirklich traurig langweilige weiß/hellblaue senkrechte Streifen bitten dürfte, wäre uns sehr geholfen. Ich danke für die Mithilfe.



Donnerstag, 18. Mai 2017

Transportschwierigkeiten

Bei dem schönen Wetter wird mir gerade wieder allzu sehr bewusst, wie stark ich gerade doch an unser Zuhause gebunden bin. Es gibt da nämlich so einige Transportschwierigkeiten mit dem Sommerbaby.

Bereits in der Neugeborenenzeit teilte er uns ja des öfteren lautstark mit, dass er weder vom Liegen im Kinderwagen noch vom Autofahren besonders viel hielt. "Viele Kinder mögen in dem Alter den Kinderwagen noch nicht" beruhigte mich meine Hebamme. "Das mit dem Autofahren gibt sich bestimmt noch" erklärte der Kinderarzt. "An dem verdien' ich nix" sagte der Orthopäde, der sonst "immer was findet, wenn Babys im Auto schreien", wie eine liebe Freundin sagte. Also kerngesund aber unzufrieden. Doof, aber immer noch lieber als andersrum.

Gut, das Problem ließ sich eine Weile lang recht komfortabel umgehen, indem erst das elastische Tragetuch, dann die Manduca, dann der Bondolino der lieben Freundin und schlussendlich nun der Ergo Carrier zu meinem stetigen Begleiter, gefüllt mit mittlerweile 10 stattlichen Kilogramm Sommerbaby, wurden. Kuschelig, Bindung pur, erstaunt-freundlich-angetane Blicke von vielen Menschen jenseits der 50, denen wir unterwegs begegneten war und ist das eigentlich immer noch die hauptsächliche Fortbewegungsart.

Bei 30 Grad im Schatten bin allerdings selbst ich, mittlerweile ja doch irgendwie Tragemama (obwohl ich es bis heute nicht wirklich schaffe, dieses Zappelkind vernünftig in ein Tuch zu binden, Sling geht ab und zu mal für ein paar Minuten), doch mal an meiner Schwitz-Schmerzgrenze angelangt. Und da das Sommerbaby jetzt ein Sitzbaby (JAAAAAA) ist, darf es nun auch sitzend im Kinderwagen fahren. Und was soll ich sagen: nun ja. Nein, es ist keine Erleuchtung und keine Offenbarung und nicht die Lösung all unserer (Transport-)Probleme.

Mit zitterndem Herzen und ErgoCarrier im Kinderwagenkorb stiefelte ich also am Mittwochmorgen, 26 Grad Außentemperatur, mit sitzendem Sommerbaby - mit Sonnencreme, Spielzeug und Blick zu Mama versorgt - in Richtung Innenstadt, schaffte sogar einen Drogerie- und einen Supermarkteinkauf (und merkte: Kinderwägen sind super super super, weil man nicht alle Einkäufe schleppen muss und man nicht so deppert aussieht wie mit so einem Einkaufshackenporsche) und auf den übrigen Wegen von Ort zu Ort unterhielt ich das in Richtung Meckrigkeit kippende Baby mit viel Singsang, Wegbeschreibung, "wir sind gleich da" Beteuerungen und meinem Kinderwagen-Mantra: "wir haben die Trage dabei, wenn es nicht geht, dann darfst du da rein". Es ging, wir kamen ohne größeres Geschrei zuhause an - aber ehrlich gesagt: ich war vermutlich vor Anspannung fast genauso durchgeschwitzt wie wenn ich gleich mit Trage losgelaufen wäre ;-)

Sonntag, 7. Mai 2017

Wochenende in Bildern - 06./07. Mai

Es ist wieder Wochenende und damit Zeit für ein paar Bilder.

Der Samstag beginnt nach einer weiteren anstrengenden Nacht früh und nach dem Frühstück (ohne Foto) schläft das Sommerbaby noch eine Runde.

Ich packe derweil meine Tasche und radle dann zum Ballett. Strahlender Sonnenschein draußen.

Wieder zuhause gibt es Mittagessen, gemeinsam mit den besten Schwiegereltern der Welt. Das Baby ist schon sehr müde und wird danach ziemlich direkt in den Schlaf gestillt.

Apropos Schlaf: in der Mittagspause vertiefe ich mich ein wenig in das Schlafbuch, das mir eine liebe Freundin ausgeliehen hat. Denn wir gehen auf dem Zahnfleisch. Und auf Kaffee, viel Kaffee.

Ein großer, grandioser Lichtblick, der mir nun ständig ein Lächeln auf die Lippen zaubert: das Baby hat gelernt sich hinzusetzen und macht das jetzt immer öfter. Ich staune und bin fasziniert. Der große Bruder hat das ja erst mit knapp einem Jahr gemacht.

Nach dem Mittagsschlaf: Kaffeechaos auf dem Tisch, ich plane die Einkäufe der nächsten Woche und suche mir Inspirationen, auch mal aus Prospekten.

Als das Winterkind auch aufwacht, lege ich ein Kleidermännchen und er zieht sich fast ganz alleine an. Dauert zwar, aber es wird.

Vor kurzem gab es von den Großtanten väterlicherseits kleine Geldgeschenke für die Kinder. Wir haben davon was für jeden ausgesucht. Der Wintersohn freut sich über einen Holztransporter, ...

... das Sommerbaby über schöne bunte Holzschalen, die mir im gerade entfachten Stapel- und ein- und ausräum-Wahn passend erschienen und gleich geliebt werden. So verspielen wir den Rest des Tages. Den Abend verbringen der Liebste und ich (sogar mal ohne Baby Gemecker) zu zweit, nachdem die Kinder endlich im Bett sind.

 Nachdem die Nacht mal wieder (für einen Sonntag) viel zu früh endet, brauche ich erstmal eine heiße Dusche. Danach geht es mir etwas besser.

Dank vorabendlichem Backen gibt es einen frischen Zopf, dazu Beeren und natürlich wie immer Müsli, das aber noch nicht im Bild ist. Der Kaffee läuft wohl auch gerade noch in die Tasse als das Foto entsteht.

Das Baby macht wieder ein Vormittagsschläfchen, das allerdings unverhofft 1,5 Stunden dauert. So schnipple ich noch schnell das Gemüse fürs Mittagessen und koche es auch schon vor.

Denn wir fahren noch ins Vivarium. Dort verbringen wir einen guten Teil der Zeit wegen des blöden Regenwetters im Reptilien- und Fischehaus. Es sind tolle Echsen und Schlangen zu bewundern. Aber auch draußen ist es schön, wir waren lang nicht hier und können sogar die Äffchen im Freigehege hautnah erleben.

Wieder zuhause koche ich das Gemüse noch fertig, dann wird püriert und so bekommen alle eine Ladung Gemüsesuppe in den Bauch. Auch das Baby, das sich als Abwechslung zum Fingerfood wohl ganz gerne mal mit Suppe füttern lässt.

Der Mittagspausenkaffee hat dann schon etwas von Yin und Yang. 

Nach dem Mittagsschlaf inhaliere ich mit dem Wintersohn - eigentlich kann er das schon ganz alleine. Wir gucken dabei immer Kinderlieder auf YouTube, ich singe mit und er liebt es. So wird hier bei Erkältungen fleißig und ausdauernd inhaliert...

Nach dem Abendessen macht der Wintersohn noch etwas das Wohnzimmer unsicher. Das Baby muss ab und zu vor seinem wilden Spiel beschützt werden.

Kinder im Bett, Stichwahl in Frankreich sorgt für einen vorsichtigen Seufzer der Erleichterung, ich blogge noch das hier und "gönne" mir dann die letzten 30 Minuten Gilmore Girls Sommer, schade, dass das Revival nicht so richtig an die Qualität der Serie heran kommt...

Mehr Wochenende in Bildern gibt es wie immer bei Susanne.

Samstag, 6. Mai 2017

WMDEDGT - 05/17

Gestern war der 5. Mai und damit wieder ein Tag zum Tagebuchbloggen à la Frau Brüllen. Irgendwie war ich aber gestern Abend nicht mehr in der Lage, noch zu bloggen, also nun heute.

Um kurz nach 3 wurde ich zum zweiten Mal in dieser Nacht vom Sommerbaby geweckt, das zurzeit wieder häufiger die Nacht zum Tag macht. Nachdem es beim Stillen nicht wieder einschlafen bzw. danach abgelegt werden möchte, tausche ich mit dem liebsten Gatten und darf noch eine Weile im Arbeitszimmer schlafen.
Um 6:15 werde ich von Mann und Baby geweckt, das dann erstmal eifrig auf mir herum turnt, bis ich aufgebe und mit ihm ins Wohnzimmer gehe. Dort kann es etwas an seinen Sitzkünsten feilen, die so langsam in Richtung freihändigem Sitzen gehen.
Ein Stündchen später werde ich abgelöst, gehe duschen, Frühstück machen, und kümmere mich ums Fertigmachen des Winterkindes, das mittlerweile auch wach geworden/ geweckt worden ist.
Als die großen Jungs (endlich, nach einigem Drama) aus dem Haus sind, stille ich das Baby und lege es zum Vormittagsschläfchen in die Federwiege. Dank immer wieder nachschuckeln schläft es 1,5 Stunden, die ich größtenteils damit verbringe, ein weiteres Buch zum Babyschlaf zu lesen, das mir eine liebe Freundin ausgeliehen hat. Denn mal ehrlich, so langsam sind wir am Ende unserer Kräfte.
Als das Baby wieder wach ist, gibt es eine frische Windel und dann brechen wir reichlich spät zum Wocheneinkauf auf. Nach endloser Kassenschlange und endlosem Parkplatzgedöns (Gutmütigkeit wird bestraft) kommen wir erst gegen 11:45 nach Hause.
Der liebste Gatte übernimmt das Baby trotz Home Office ein wenig, so dass ich in Ruhe kochen kann. Dafür gibt es heute dann auch mal Frikadellen. Und Brokkoli und Kartoffeln. Wir essen zu dritt, dann wird die Sauerei aka Brokkoli-Baby per Waschlappen gereinigt und nach einer weiteren frischen Windel gibt es eine Runde Mittagsschlaf für das kleinste Familienmitglied.
Gegen 15 Uhr ist der Schlaf vorbei und der Gatte und ich bohren noch ein paar Löcher in die Wohnzimmerdecke, um bald endlich die mit dem Winterkind beim Möbelschweden erworbenen Lampen anzubringen. Dann holt der Gatte den Sohn von der Kita ab, ich spiele mit dem Baby und als die beiden zurück kommen, packe ich das Baby kurzerhand in die Trage, da müde, Schnupfen, und so weiter - und wer eh nur an mir hängt, kann auch bequem an mir hängen. Während zuhause also die Lampen an die Decke gehängt werden, erledigen wir einen kleinen Drogerieeinkauf, treffen unterwegs sage und schreibe 3 weitere Hausbewohner, erfahren von einer Schwangerschaft und kaufen eine neue Mütze für das Baby.
Zuhause erledige noch etwas Haushalt in Form von Wäsche und Aufräumen, während das Baby eh noch in der Trage ist. Dann wird noch inhaliert, danach kriegt auch der große Sohn noch eine Ladung "gelbe Maschine" und wir essen endlich zu Abend. Danach bringe ich das müde Sommerbaby relativ direkt ins Bett, es schläft glücklicherweise auch recht schnell beim Stillen ein und ich gönne mir danach die Sommer-Folge Gilmore Girls. Und komme nicht drüber hinweg, dass es alles so gespielt und aufgesetzt wirkt, die Serie war immer so locker flockig fröhlich von der Leber weg, jetzt wirkt es, als hätten sie alle das Schauspielern verlernt und versucht, möglichst haha-lustige Effekte in die Folgen zu packen, die aber auf mich extrem aufgesetzt wirken, weil sie eben so plötzlich reinkommen und nicht wie in der ehemaligen Serie langsam und passend eingeführt wurden. Siehe Thirtysomething gang. Puh. Passt einfach nicht.
Um 21:15 mache ich mich bettfertig, derweil gibt es das erste Gemecker vom Baby, das der liebste Gatte noch abfängt, damit ich wie vom Zahnarzt befohlen meine Zahnzwischenräume säubern kann... Dann ab ins Bett und als letzte Aktion des Freitages darf ich nach 20 Minuten Schlaf um 22:30 schon wieder ran zum Stillen. Gähn.

Dienstag, 2. Mai 2017

Was ich an der Babyzeit so mag. Und so gar nicht mag.

Letztens fragte eine Freundin, warum ich gerade nicht mehr blogge. Tja, irgendwie ist der Grund dafür, dass hier so viel passiert, dass es genug zum Bloggen gäbe, aber leider zu wenig Zeit dafür ist. Also, ich dem Bloggen nicht genug Zeit widme, denn (halbwegs) genug Schlaf ist mir einfach wichtiger.
Und das gilt für so vieles in der/dieser Babyzeit. Es passiert so viel, es gibt so unendlich viel zu tun, und noch unendlich viel mehr, was schön wäre zu tun. Und es gibt einfach nicht genug Zeit dafür. Zumindest nicht die Zeit, die es dafür bräuchte - die Ruhe, die "Alleinezeit" der Erwachsenen. So oft in letzter Zeit, natürlich insbesondere in den Momenten mit Schlafmangel, schreiendem Baby, trotzendem Kleinkind, erwische ich mich beim Gedanken oder der Aussage, dass ich die Babyzeit so gar nicht mag. Durchaus ist auch der Satz "ich hasse diese Babyzeit" schon mal gefallen. Nach etwa 7-8 Monaten ohne "gute Nächte", ohne gemütliches Stillen (Sommerbaby ist zappeliger Speed-Trinker), nach endlosen auf-den-Bauch-dreh-aufsteh-umfall-Wiederholungen. Aber natürlich ist das nicht so schwarz-weiß, wie es sich in den Momenten anfühlt. Also, nicht so schwarz. Und nicht so weiß, wie es sich wohl manchmal in den guten Moment anfühlt, in denen das Baby genüsslich sein Gemüsefingerfood mampft, strahlt und gluckst. Zeit also für Gedanken zu den guten und schlechten Seiten und Zeiten der Babyzeit - mal ganz unabhängig von den diversen Entwicklungsschüben und Zähnen, die so anfallen.

Was mag ich (das ist jetzt explizit auf diese Babyzeit gemünzt, war beim Winterkind in einigen Punkten ganz anders, manche positiven negativ und andersrum):
- Stillen ist quasi das Allheilmittel. Sowas gibt es im gesamten restlichen Leben nicht mehr, dass man einfach eine Möglichkeit zur Beruhigung hat, die in 95% aller Fälle wirkt.
- Einschlafstillen.
- Noch keine Wutanfälle. Maximal Ärger, dass etwas nicht klappt. Aber kein "Trotz", kein Bestehen auf dem eigenen Willen - das fällt, wenn man auch ein Kleinkind hat, manchmal einfach positiv auf.
- Klein weich warm.
- Alles Essen wird probiert. Und nicht von vorneherein abgelehnt.
- Babys sind (halbwegs) leicht genug zum viel-tragen.
- Man lernt durchaus nette, andere Mamas kennen bzw. hat Zeit, sich mit anderen in Elternzeit weilenden Müttern/ Eltern zu treffen.
- Ich muss nicht arbeiten gehen.
- Ich kann (mittlerweile: relativ) unbehelligt Süßigkeiten essen, ohne Beschwerde des Kindes.
- Viele "erste Male".
- Viel Essen dank Stillen figurtechnisch unbedenklich.

Was ich so gar nicht mag/ was mich richtig fertig macht/ mich auf die Palme bringt:
- Der Schlaf (mit "nicht durchschlafen können" fängt es ja nur an. Viel schlimmer find ich: beim einschlafen gestört werden, zu beliebigen Zeiten nachts hellwach sein und funktionieren müssen, Baby zum schlafen bringen, wieder zum schlafen bringen, und wieder zum schlafen bringen auf 1001 Art und Weise)
- Immer "sofort" funktionieren zu müssen. Keine Sekunde Ruhe mehr, wenn man sie braucht - zumindest nicht vorhersehbar. Das "ich brauch jetzt WIRKLICH mal 5 Minuten Ruhe/ mag mal in Ruhe aufs Klo/ einfach mal 2 Minuten sitzen ohne aufspringen zu müssen" gibt es einfach nicht. Ich glaub, das ist der Punkt, der mich am meisten fertig macht, neben dem Schlaf.
- Die eingeschränkte Motorik - bei meinen Kindern insbesondere: IMMER auf den Bauch drehen und IMMER aufstehen müssen, egal wie müde, egal wie unpraktisch, egal wie gefährlich, das extrem späte Sitzen - und die damit verbundenen Einschränkungen/ Aufgaben der Eltern: umdrehen, dahinter knien, Wickeldramen, Anziehdramen, "liegend ausfahren müssen".
- Zum Thema Motorik: dass Babys halt (meistens) nicht laufen können. Laufen ist sooooooo praktisch bei Kindern. Endlich Bewegung auch unterwegs vernünftig möglich.
- Das Zappelstillen dieses mal. Ich hatte mich so auf die langen Lese-Still-Sessions gefreut... Hmpf.
- Kinderwagen klappt nicht (gut). Erst gar nicht, mittlerweile halbwegs, aber nicht zuverlässig.
- Planung ist nur sehr, sehr eingeschränkt möglich. Ich bin und war schon immer ein Mensch, der viel und gerne vorausplant. Und gerne Dinge abhakt, erledigt, zu Ende bringt, bevor er was neues anfängt. Tja. Das ist kaum möglich. Macht mich zeitweise sehr unzufrieden.
- Es gibt so wenig, was dem Baby und mir Spaß macht. Da ich leider keine Kuschelkinder habe (Bauch an Bauch schmusen? Mööp. Nur in der Trage.) und mir Türmchen bauen, Deckel in Dosen stecken, Lieder mit Handbewegungen singen und Kuckuck spielen nur mäßig viel Erfüllung bereitet, freue ich mich konstant auf die folgenden Jahre, in denen die vorzulesenden Bücher endlich interessanter, die Spiele komplexer und die Konversationen mehrseitiger werden. Passiert nämlich, weiß ich mittlerweile.
- Die Spuckeritis, bei meinen beiden Kindern unterschiedlich stark, aber durchaus ausgesprägt. Ging soweit, dass wir beim Winterkind extra einen alten Teppich wieder hingelegt (um nicht ständig das Parkett wischen zu müssen) und beim Sommerbaby den neuen Teppich erstmal wieder eingerollt und verstaut haben, damit der nicht gleich mit Flecken von verdauter Milch verziert wird. Wird ja besser, wenn die Kinder sitzen und mehrheitlich festere Nahrung essen. Aber eben: Babyzeit, Spätsitzer und so.
- Jeden Tag den ganzen Tag. Ja, ich gebe es zu: ich würde auch einfach gerne einen Teil des Tages was anderes machen, als mich mit dem Baby zu beschäftigen. Es ist nicht so, dass ich NICHT die Zeit mit ihm verbringen will. Es ist eher, dass ich eben AUCH was anderes haben will. Erwachsenengespräche (ohne Babyunterbrechung). Konzentriert Dinge tun, sei es Arbeiten, Lesen, Schreiben, Nähen (oh, wie gern will ich das lernen), etc. Aber das Baby im ersten Jahr regelmäßig schon für längere Zeit in fremde Hände geben, kann ich mir eben auch nicht vorstellen.
- Und das ist wohl ein Kernpunkt: die Zerrissenheit. Will beim Baby sein. Will auch endlich wieder "für mich" da sein, alleine sein. Aber Baby nicht abgeben. Ganz schwieriger Punkt. Hader hader hader.

Das ist jetzt vermutlich nicht vollständig. Und vor allem natürlich bei jedem unterschiedlich. Nur: das sind viele meiner Herz- und Schmerzmomente. Wegen derer ich manchmal vor Glück weine und manchmal vor Ärger wüte und fluche. Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.

Und bei Euch so?